Marshall JCM 900 seit Röhrenwechsel (komplett) leiser und oh

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Fenderbender

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Hersteller: Marshall

Typenbezeichnung: JCM 900

kurze Fehlerbeschreibung (2-3 Worte): seit Röhrenwechsel (komplett) leiser und ohne "Druck"

Meine Messgeräte::
Analog/Digital Voltmeter

Schaltbild vorhanden?:
Ja, als PDF


Hallo erstmal,
ich habe bei meinem Marshall JCM900 vor zwei Wochen die Endstufenröhren (5881) ersetzt da eine abgebrannt ist (schwarze Schmauchspuren im Glaskolben). Dabei ist auch der Widerstand auf dem Röhrensockel gestorben (komplett verkohlt).
Es waren vorher 5881 WXT in der Endstufensektion verbaut, diese habe ich durch die normalen 5881 ohne "WXT" ersetzt.

Den Widerstand habe ich natürlich durch einen gleichen ersetzt (4,7k 5W). Bias ist auf 38mA eingestellt worden, das ist zwar die obere Grenze (angegeben ist die 5881 im beiliegenden Datenblatt von 30 - 40mA), jedoch fahre ich meinen Amp gerne etwas "heißer" da er dann einfach besser klingt. Beim testen fiel mir jedoch auf das der Overdrive-Kanal bei weitem nicht so laut und druckvoll ist wie der Clean/Crunch Kanal.
Wenn der Clean/Crunch Kanal auf 1/4 steht muss der Lead Kanal auf 1/2 stehen damit beide ähnlich laut sind. Dem Clean/Crunch Kanal fehlt zwar auch ein wenig der Druck, aber im Leadkanal ist das ganze sehr extrem.

Üblicherweise brauchte ich den Amp im Proberaum nur auf etwas über 1/3 aufdrehen um lautstärketechnisch mit zu kommen, seit dem Röhrenwechsel muss der Amp jedoch auf 3/4 stehen um in etwa die gleiche Lautstärke zu entwickeln. Allerdings fehlt es ihm trotzdem an Druck und Durchsetzungsvermögen.
Die Vorstufenröhren habe ich auch schon getauscht, jedoch ohne Ergebnis.
Außerdem kommt es mir so vor als würde der Amp seit dem Röhrenwechsel im Betrieb sehr viel wärmer werden als vorher.


Das habe ich nach dem kompletten Röhrentausch schon unternommen:

-Widerstände am Röhrensockel ersetzt (4,7k 5W)
-Dioden durchgemessen (allerdings im eingebauten Zustand, macht das evtl. einen Unterschied?)
-nach evtl. weiteren optisch beschädigten Bauteilen gesucht


Vielen Dank schonmal für eure Hilfe ;)
 
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Lothar

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Datenblätter vergleichen!

Die Röhrentypen könnten eine unterschiedliche Verstärkungskennlinie haben und somit unterschiedlich verstärken.
Suche mal nach den Begriffen Steilheit und Durchgriff.

Und der richtige Arbeitspunkt ist auch noch wichtig. Welche Klasse also A,B,C.
 
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Lothar

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Das ist der richtige Verstärker. Könnte stundenlang zuhören und schauen.

 
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Fenderbender

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Nach den Datenblättern werd ich nachher mal suchen, google weiß alles :D
Allerdings habe ich mal meinen Lehrer für Elektrotechnik (auch ein Musiker und Röhrenfreak) nach den möglichen Unterschieden gefragt und er meinte das das "WXT" lediglich die lange Version der 5881 ist.

Der Verstärker arbeitet übrigens als A/B Push-pull ;)

Ps: Geiler Verstärker, aber sind das etwa die Vorstufenröhren die flackern? Wenn meine das machen würden würde ich mir Sorgen machen :D
 
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Lothar

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Nach meinem Schaltplan sind die Originalröhren EL34.
Dort ist auch ein Meßpunkt angegeben: ,,<NB, Set Bias at this point -38 to -40V"
Ich bin aber auch kein Röhri. Ich habe die Grundprinzipien noch Ende der 70er in der Ausbildung mitbekommen.

Was da so flackert sollen Quecksilberdampf Gleichrichter sein. Kannte ich vorher auch noch nicht.
Ich bin auf die Endstufe durch Elektor aufmerksam geworden.
Wenn ich das richtig interpretiere zieht eine Röhre 0,05A Ruhestrom bei 3200V. Das macht 160W.

http://www.elektor.de/elektronik-news/e ... 2904.lynkx
 
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Bertl100

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Hallo,

Anodenspannung 3200V, das kann nicht sein bei der EL34. Denkbar wären 320V!
Würde dann 16W Verlustleistung machen.

Gruß
Bernhard
 
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Lothar

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Bertl100

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Hallo,

schon klar.
Hab EL34 gelesen, aber das sind offenbar nur die Treiber ....

Ok, ok! Das sind ganz andere Leistungsklassen :-)

Gruß
Bernhard
 
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Fenderbender

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Oh man, jetzt hab ich Lust nach Holland zu fahren und mir das ding mal anzuschauen/hören (die Grenze ist von mir ca. 35 Min mit dem Auto weg :D)

Aber zum JCM 900, den gab es sowohl mit EL34 als auch mit 5881 als Endstufenröhren (welche besser ist darüber streiten sich die Leute seit jeher und das ist auch wieder persönliche Vorliebe :D)
Man kann den JCM900 auch mit geringem Aufwand auf EL34 umbauen, aber dazu hab ich grade keine Lust und kein Geld, zumal die Röhren grade alle gewechselt wurden ;)
 
Luke

Luke

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hast Du eigentlich nach dem Röhrenwechsel die Ruheströme neu eingestellt ? Da sich die Kennlinien nie 100% gleichen wäre das der erste Schritt.
Als Du die Ersatzröhren gekauft hast, hast Du darauf geachtet das die gepaart waren, also vom Lieferanten auf annähernd gleiche Kennlinien ausgemessen wurden?
 
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Fenderbender

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Ja, die Röhren wurden bei tubetown als gematchtes Quartett gekauft und die Ruheströme (über einen Messadapter + Messgerät) auf 39mA eingestellt ;)
Aber da die ganze Geschichte bisher läuft, nicht qualmt und sonst nichts auffälliges macht denke ich mal das es einfach daran liegt das jetzt komplett andere Röhren drinsitzen und die neuen Endstufenröhren evtl. einfach nicht so empfindlich sind was die Anssteuerung angeht (meine mich zu erinnern das der Kanal A die Endstufe über Transen ansteuert und nur Kanal B das über Röhren macht, das würde die Lautstärkeunterschiede erklären).
Aber ein neuer Amp ist sowieso geplant, ein netter Framus Dragon :D
 
Luke

Luke

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okay das ist ja schon mal gut.
wenn dir ein widerstand abgebrannt ist, gab es ja in jedem Fall eine Überlastung. Auch wenn ich den Schaltplan nicht angeschaut habe, solltest Du mal überprüfen, ob evtl. durch die Überlastung weitere Widerstände in der Spannungsversorgung langsam hochohmiger geworden sind. Damit will ich sagen, überprüfe einmal die Anodenspannungen und vor allem auch die Schirmgitterspannungen. Falls diese nicht mehr die richtige Höhe haben, könnte das auch der Grund sein. Ansonsten gibt es natürlich die Möglichkeit das die Röhren eine geringere Steilheit haben, leider habe ich die Datenblätter nicht, meine mich aber erinnern zu können, dass die WXT den moderneren Sockel haben und damit etwas länger sind.
 
röhrenradiofreak

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Fenderbender schrieb:
... denke ich mal das es einfach daran liegt das jetzt komplett andere Röhren drinsitzen und die neuen Endstufenröhren evtl. einfach nicht so empfindlich sind was die Anssteuerung angeht ...
Das glaube ich nicht. Dein Verstärker wird einen Fehler in Form eines defekten Bauteils haben.

In HiFi- und Musikerkreisen werden die Unterschiede zwischen Röhren und anderen Bauteilen verschiedener Hersteller zwar immer wieder als extrem dargestellt, aber solange es identische Teile oder Ersatztypen sind und sie in Ordnung sind, sind die hörbaren Unterschiede normalerweise marginal. Lautstärkeunterschiede bis zu etwa 3 dB hört man kaum, das entspricht einer Verdoppelung (bzw. Halbierung) der Leistung. So groß sind die Unterschiede zwischen Röhren unterschiedlicher Hersteller nicht. Es sei denn, Du hast Röhren eingebaut, die überhaupt nicht kompatibel zu den Original-Röhrentypen sind.

Lutz
 
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Fenderbender

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Ich werde mir den Schaltplan nochmal in Ruhe anschauen und mal gucken was da evtl. noch in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnte. Nächste Woche hab ich eh Urlaub :D
Mal schauen was dann dabei rauskommt ;)
 
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